Und als wäre das nicht genug, gesellten sich dazu Bauchschmerzen, die einfach nicht aufhörten. Tag für Tag, hartnäckig und entkräftend. Die Antwort der Medizin? Reizdarm. Eine Diagnose, die sich anfühlte wie ein müdes Schulterzucken oder besser, wie eine Verlegenheitsdiagnose. Mehr Medikamente folgten: gegen die Schilddrüsenunterfunktion, gegen die Schmerzen, dann die Pille, das Antidepressivum, eine Pille nach der anderen, eine Hoffnung nach der anderen. Es wurde nicht besser. (Versteht mich nicht falsch, die Schulmedizin ist wichtig, und sie hat mir zweimal das Leben gerettet, wie ihr gleich erfahren werdet. Ich betrachte sie nur nicht als die einzige Antwort...)
Eine Notoperation veränderte alles.
Anfang zwanzig musste mein Blinddarm notoperiert werden. Er stand kurz vor dem Platzen. Während ich noch benommen war, bekam ich eine Diagnose, die mich bis ins Mark traf: Endometriose, Stadium drei. Kinderwunsch ade. All die Jahre des Schmerzes, all die Jahre des Nicht-Gehört-Werdens, plötzlich hatte es einen Namen. Doch anstatt Erleichterung brachte dieser Name vor allem einen Satz, den ich nie vergessen werde:
Diesen Satz habe ich nicht akzeptiert. Nicht damals. Nicht heute. Niemals.
Und so begann ich, gemeinsam mit meiner Mama, einen der intensivsten, ausdauerndsten und mutigsten Kämpfe meines Lebens. Wir kauften Bücher stapelweise, lasen Studien bis tief in die Nacht, suchten Spezialisten und Heilpraktiker auf, die bereit waren, das große Bild zu sehen. Wir fragten, hinterfragten, probierten aus und fingen neu an. Es war ein langer, manchmal zermürbender Weg und doch der erste, auf dem ich das Gefühl hatte, nicht mehr nur Patientin zu sein, sondern die Hauptperson meiner eigenen Geschichte.
Eine Stuhlgangsanalyse brachte ans Licht, was jahrelang im Verborgenen gelitten hatte: massive Entzündung, eine totale Dysbiose, ein Darm, der förmlich schrie. Als endlich auch meine Blutwerte wirklich gründlich untersucht wurden, verschlug es mir den Atem: enormer Eisenmangel, Zinkmangel, Magnesiummangel, grundlegende Bausteine, die meinem Körper über Jahre still gefehlt hatten. Und meine Hormone? Völlig aus der Bahn. Alles hatte zusammengehangen, die Stimmung, die Schmerzen, die Erschöpfung, die Haut, die Seele. Die ganze Zeit. Und niemand hatte es gesehen.
Mit einer gezielten, individuell abgestimmten Darmtherapie begann ich, meinen Körper Schicht für Schicht, behutsam und geduldig, wieder aufzubauen, so, wie man ein altes, vernachlässigtes Haus restauriert, Raum für Raum, mit viel Liebe und noch mehr Ausdauer.
Die Veränderung kam nicht über Nacht, aber sie kam. Meine Werte katapultierten sich in den sehr guten Bereich. Energie kehrte zurück. Symptome wurden leiser. Mein Nervensystem stabiler.
Und das vielleicht Unglaublichste: Die Endometriose, die mich so lange beherrscht hatte, ist heute fast vollständig verschwunden.
Und doch, mein Weg blieb nicht ohne weitere, tiefe Erschütterungen.
Inmitten all dieser guten Momente geschah ein kleines Wunder: Ich wurde auf natürliche Weise schwanger! Ich, von der man gesagt hatte, das sei kaum möglich. Doch dieses Wunder endete in einem Moment, der mich für immer verändert hat. Es war eine unentdeckte Eileiterschwangerschaft. Der Eileiter platzte. Ich verlor 3,2 Liter Blut. Ich lag am Limit, körperlich und seelisch. Der zweite Eileiter ist durch die Verwachsungen des damals entfernten Blinddarms, ebenfalls nicht mehr durchlässig, auch dieser Weg ist damit versperrt. Was blieb, neben der tiefen echten Trauer, war auch noch ein starker Haarausfall, eine tägliche Erinnerung daran, wie viel mein Körper getragen hat.
Aber auch hier sage ich, mit voller Überzeugung: Es wird gut. Meine Haare wachsen nach, langsam, aber sie wachsen. Dieser kleine, zarte Fortschritt ist für mich ein Symbol für alles: für die unglaubliche Widerstandskraft des Körpers, für die stille Kraft der Geduld, für die Gewissheit, dass Heilung ihren eigenen Rhythmus hat.
Ich bin glücklich. Ich bin schmerzfrei.
(Stand: Mai 2026)
Gemeinsam mit meinem Verlobten gehe ich heute den Weg der Kinderwunschklinik, mit einer Hoffnung und mit dem tiefen, unerschütterlichen Wissen: dass es gut wird und vor allem, dass der Körper gesund sein kann, wenn man ihm endlich, wirklich zuhört.
Dieser Weg hat mich nicht nur als Mensch geformt, er hat mich zu einer Therapeutin gemacht, die nicht aus der Theorie heraus spricht, sondern aus dem echten, gelebten, manchmal schmerzhaften Leben. Und genau deshalb fühlt es sich wie meine Berufung an.
Ich habe Psychologie studiert, weil ich verstehen wollte, was hinter dem Schmerz steckt, hinter dem sichtbaren und dem unsichtbaren. Heute arbeite ich auch als Autismustherapeutin und begleite Menschen, die die Welt anders erleben, die oft nicht gehört, nicht verstanden, nicht gesehen werden. Ich kenne dieses Gefühl. Und genau deshalb kann ich es nicht nur verstehen, ich kann es halten.
Psychologie. Autismus/ADHS. Darm. Drei Bereiche, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben und die doch untrennbar miteinander verbunden sind: durch das Nervensystem, durch die Emotionen, den Darm, durch die Geschichte, die jeder Körper still in sich trägt. Genau diese Verbindung ist das Herzstück meiner Arbeit.
Heute begleite ich Menschen, die dort stehen, wo ich einmal stand, Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie Endometriose, Hashimoto, Rheuma, Neurodermitis, Diabetes, Parkinson, Morbus Crohn, mit chronischer Erschöpfung oder entzündlichen Belastungen und vieles mehr. Vor allem Menschen, die endlich gehört werden wollen.
Meine Arbeit verbindet eine fundierte Stuhlganganalyse, funktionelle Ernährung und gezielte Nervensystemregulation zu einem klar strukturierten, alltagstauglichen Therapiekonzept: individuell, transparent und ressourcenorientiert. Nicht Standardpläne, sondern echte Begleitung, die den ganzen Menschen sieht.
Auf dieser Website findest du wissenschaftlich fundierte Informationen zur ganzheitlichen Darmtherapie, Einblicke in meine Arbeitsweise, E-Books und Webinare sowie alle Informationen darüber, wie eine Zusammenarbeit mit mir aussehen kann: klar, realistisch und auf deinen Alltag abgestimmt. Oder du buchst einfach ein unverbindliches Erstgespräch und hast 60 Minuten lang Raum für all deine offenen Fragen.
Mein tiefstes Anliegen ist es, dir Orientierung und Klarheit zu geben und das Gefühl, dass du mit dem, was du trägst, nicht allein bist.
Denn du verdienst es, nicht nur zu funktionieren. Du verdienst es, dich wirklich lebendig zu fühlen, in deinem Körper, in deinem Alltag, in deinem Leben.


